Achtung: Aufgrund des Coronavirus entfällt das Training bis auf Weiteres!

Eindrücke vom Shidoshiseminar 2019

Nach alter Tradition trafen sich auch dieses Jahr im November beim Shidoshiseminar in Hamm wieder Bujinkanler aus allen Ecken Deutschlands und darüber hinaus, um mit Freunden zu quatschen, zu feiern und natürlich zu trainieren. 270 Leute kamen hierfür dieses Jahr zusammen! Neben der Stammgruppe an Lehrern (Dino Gheri, Oliver Heine, Heinz Meyer, Guido Schenkel, Jürgen Bieber und Stefan Bencik) waren diesmal Niko Stefanidis und Rene Schwarz als Gastlehrer eingeladen. Und als i-Tüpfelchen obendrauf überraschte uns special guest David Heald!

Bei so vielen Lehrern sind natürlich vielfältige Trainingseindrücke vorprogrammiert. Unterschiedliche Waffen kamen zum Einsatz – Bokken, Hanbo, Nawa – oder auch mal keine, im Partnertraining zu zweit oder an diesem Wochenende häufig auch zu dritt. Dabei kam bei mir trotz der Vielfalt ein einheitliches Grundverständnis der Lehrer an, über das, was wichtig ist. Eine zentrale Message, die immer wieder fiel: BASIC! Arbeitet zuerst an eurer Basis, eurer Kamae und Körperbewegung, denn ohne die Basis funktioniert nichts. So z.B. Guido in Bezug auf Sokes vielzitierte Aufforderung, die Technik zu vergessen: „Ihr merkt selbst – um die Technik vergessen zu können, muss man sie erstmal gelernt haben!“ Genauso stieß mich das, was David zeigte, immer wieder auf die Wichtigkeit der Grundlagen. Scheinbar simple Techniken entpuppen sich doch als Herausforderung, wenn man versucht, jedes Detail genau umzusetzen. Mich beeindruckten Davids klare, punktgenaue Bewegungen, in denen trotz seines Alters (immerhin ist er schon 74) so viel Intention liegt, weil keine Bewegung unnötig oder zu viel ist.

Aus dem von Niko Gezeigten habe ich mitgenommen, dass es neben den Grundbewegungen trotzdem auch darauf ankommt, sich nicht zu starr an ihnen festzuklammern, sondern Offenheit für Henka auf ihnen aufzubauen. Auch eine gewisse Abgebrühtheit, Angstfreiheit werde später wichtig – in seinen Worten: „Dass man zu einer coolen Sau avanciert“. An Rene gefiel mir, wie ruhig er den Gegner mit wenigen entspannten Bewegungen zu Boden brachte. Die Muskeln selbst lockerlassen, außer wenn nötig; wenig Widerstand und Impuls bieten und doch die Kontrolle behalten.

Auch Kontrolle schien für mich ein Thema, das immer wieder auf verschiedene Weisen in den Vordergrund trat. Zum Beispiel bei Oliver, indem er durch gezielte Schritte den Raum zwischen zwei Gegnern kontrollierte oder bei Dino, der über seinen Blick steuerte, welcher von zwei Gegnern eher zum Angriff bereit war. Wenn ich vermeintlich dem einen meine Aufmerksamkeit widme, wird sich der andere sicherer fühlen und angreifen. Dabei kann ich durch geschickte Positionierung trotzdem beide gleichzeitig im Auge behalten. Anfang und Ende des Seminarwochenendes rahmten zudem besondere Ereignisse in den Wakagi-Reihen. Gleich zu Beginn wurde Holger mit Empfehlungen von Heinz, Guido und natürlich Dino in den Rang des Shihan erhoben. Und als krönender Abschluss wurden (ungewöhnlicherweise) bereits die Gastlehrer der nächsten zwei Jahre vorgestellt – unter denen 2021 auch unser Michi ist!

Ein spitzen Wochenende, das schon jetzt Lust auf die nächsten Male macht!